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Zusammenfassung


Nachhaltigkeit kann in  drei Unterkategorien eingeteilt werden: In die ökologische Säule (hier werden Kennzahlen im Bezug zur Natur gemessen), die ökonomische Säule (hier werden wirtschaftliche Abläufe bewertet) und die sozio-kulturelle Säule (welche gesellschaftliche Auswirkungen misst).




Was haben folgende Begriffe gemeinsam?

Fleischbesorgung, Wildbestandsregulierung und somit Wildschadensregulierung, Erholung in der Natur, Hege des Wildbestandes, Verbesserung von Lebensräumen, Prävention von Krankheiten und Artenschutz.

Richtig, die Jagd. Jedoch sind das Auswirkungen der Jagd, es sind Ergebnisse. Aber was ist eigentlich das Problem, das wir Jäger versuchen zu lösen?

Wir balancieren den sogenannten „Human-Wildlife Conflict“. Also ein Nutzungskonflikt zwischen uns Menschen und der Tierwelt. Die berechtigte Frage, die Du Dir vielleicht stellst: Worum „streiten“ wir uns mit den Tieren? Kann plakativ und simpel mit "um die Welt" beantwortet werden.

In einer seiner wissenschaftlichen Arbeiten von 2017 schreibt Prof. Hackländer:

„Natur, also eine Fläche ohne jeglichen menschlichen Einfluss, kann es vor diesem Hintergrund nirgendwo geben. Schließlich hat der Mensch selbst in streng geschützten Wildnisgebieten einen Einfluss auf die Natur, z.B. durch den Eintrag von anthropogenen Schad- oder Nährstoffen über die Luft.“ Mehr Details findest Du hier.

Das bedeutet: Es gibt kein Fleckchen Erde, dass wir Menschen nicht verändert oder beeinflusst haben. Schauen wir uns kurz unsere Heimat an. Wir kultivieren Felder, auf denen wir Nahrung anbauen. Schaffen Wiesen, auf denen wir Tiere züchten. Betreiben Forstwirtschaft, indem wir Wälder so beeinflussen, dass wir möglichst viele, gerade gewachsene Baumstämme ernten und bauen Häuser, Schulen, Kinos und Straßen, um unser Leben so angenehm wie möglich zu leben. Durch unsere Abgase treiben wir die Klimaerwärmung voran, die dem Eisbären den Lebensraum wegnimmt. Wir verändern also in großem Stil die Welt, damit sie besser zu unseren Lebensweisen passt.

86 % der Säugetiere und Vögel auf der Roten Liste haben ein gemeinsames Problem. Sie sind gefährdet, weil wir Menschen ihren Lebensraum immer weiter verkleinern. Solche Tiere sind klassische Kulturflüchter. Hasen, Birkhühner, Fasane werden immer weniger, weil ihnen der Lebensraum fehlt. Du als Jäger unterstützt sie durch lebensraumverbessernde Maßnahmen und scharfe Raubwild Bejagung.

Auf der anderen Seite haben wir die Kulturfolger wie Füchse, Schwarzwild, Rehwild oder Maderhunde. Für sie ist die Art, wie wir die Welt verändern vorteilhaft, sie finden einfacher Futter und erweitern teilweise Ihre Lebensräume in städtische Gebiete. Dadurch entstehen oftmals wirtschaftliche Konflikte. Vor allem das Schwarzwild ist dafür bekannt Wildschäden in Höhe von mehreren 10.000 Euro zu hinterlassen. Du versuchst sie deswegen Zahlenmäßig auf ein Niveau zu bringen, auf welchem die Schäden tragbar sind und die Population groß genug ist, um ohne Probleme zu überleben. In anderen Worten: Du hälst die Population auf "der angepassten Wilddichte", um die Konflikte mit uns Menschen zu balancieren. Gleichzeitig sorgst Du dafür, dass diese nicht zu viel Druck auf die Kulturflüchter ausüben, damit die Wahrscheinlichkeit geringer wird, dass diese Tierarten aussterben. Artenschutz eben! Nachhaltiges, verantwortungsbewusstes, also waidmännisches Jagen!

Das ist es, was wir Jäger tun. Wir versuchen unser best möglichstes Wild und ihre Lebensräume zu „managen“ oder in unserer Sprache ausgedrückt zu hegen, sodass wir alle Arten erhalten können, damit sich unsere Kinder genauso an der Natur erfreuen können wie wir. Nichts anderes bedeutet Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit kann in drei Säulen oder Unterkategorien aufgeteilt werden.

  • Sozio-kulturelle Säule
  • Ökonomische Säule
  • Ökologische Säule

Unter der Sozio-kulturellen Säule analysieren wir zum Beispiel das jagdliche Brauchtum, das Image in der Jagd in der Gesellschaft oder Arbeitsplätze, die durch die Jagd geschaffen werden. Ökonomische Aspekte können die Wildbrettpreise, Kosten für eine Jagdreise oder Pacht sein. Ökologisch messen wir die Wilddichte, Artenvorkommen oder auch genetische Vielfalt.

Sozio-kulturelle nachhaltig handelst Du als Jäger, wenn Du unser Brauchtum pflegst und an die aktuellen Zeiten anpasst. So ändert sich auch die Bedeutung des Wortes „waidmännisch“. Vor 50 Jahren war es noch waidmännisch erlegtes Wild nicht mit Wasser auszuspritzen oder Böcke aufgrund ihres Gehörns zu selektieren. Heute wissen wir, dass dieses Verhalten dazu führt, die genetische Vielfalt in unserem Artenbestand zu verringern. Es fördert also nicht die Artenvielfalt und ist deswegen nicht als nachhaltig oder waidmännisch zu deklarieren (genau, hier hat die sozio-kulturelle Säule Auswirkungen auf die ökologische Säule, da das Brauchtum dazu führt den Genpool zu verringern). Auch gilt es dafür Sorge zu tragen, ein positives Image der Jagd und von uns Jägern zu etablieren. Dadurch kannst Du nicht nur mehr Absatz für Wildfleisch generieren, sondern schützt uns alle vor negativen Konsequenzen der Politik, wie dem Verbot der Privatjagd im Schweizer Kanton Genf oder Trophäenimportverboten.

Lies mehr zu dieser Säule hier:

Warum Kriegswaffen nichts auf der Jagd verloren haben. (in Arbeit)

Unter der ökologischen Säule versuchen wir Jäger die Artenvielfalt und den Artenreichtum unserer Wildtiere zu sichern und zu fördern. Wir versuchen invasive Arten und Kulturfolger zu bejagen, damit sie keinen zu großen Druck auf Kulturflüchter und unsere Kulturlandschaft ausüben (z.B. Wildschäden- ja, hier hat die ökologische Säule Auswirkungen auf die ökonomische Säule). Wir Jäger verbessern den Lebensraum für Kulturflüchter , um diesen mehr Schutz und Nahrungsmöglichkeiten zu bieten. Dem Fasan pflanzen wir beispielsweise mehr Büsche und Hecken, um ihm Schutzmöglichkeiten zu geben oder überzeugen Landwirte Blühstreifen anzulegen. Auf Jagdreisen bezogen gibt es tolle Beispiele, wie solche Reisen, ihre Veranstalter und wir Jäger dazu beigetragen haben, Arten wie das Markhor Schaf zu erhalten, die Populationen zu vergrößern und zu stabilisieren.

Lies mehr zu dieser Säule hier:

Warum der 2-jährige doppellauscher hohe 6er doch geschossen werden sollte! (in Arbeit)

Ökonomisch geht es unter anderem darum Wildschäden zu minimieren. Die sogenannte „angepasste Wilddichte“, die beim Rehwild beispielsweise zehn Stück auf 100 ha beträgt, ist eine Zahl, welche die Forstwirtschaft festgelegt hat. Bei dieser Wilddichte, ist der wirtschaftliche Schaden durch die Tierart nicht zu hoch, sichert jedoch das Überleben der Population. Ökonomisch gesehen heißt Nachhaltigkeit, dass wir die wirtschaftlichen Schäden auf einem solchen Level halten, dass wir auf lange Sicht Unternehmen wie forstwirtschaftliche Betriebe, Agrarbetriebe oder die Schäden bei Privatpersonen gering halten, dass diese wirtschaftlich nicht zu sehr unter Druck stehen. Gleichzeitig können aber Pächter unter dieser Säule begutachtet werden. Für diese würde wirtschaftlich nachhaltiges Handeln bedeuten, dass die Kosten eines Revieres nicht die wirtschaftlichen Einnahmen (durch beispielsweise den Wildbretverkauf) und den Freizeitwert (also die Freude am Pachten, Hegen und Jagen) übersteigen.

Lies mehr zu dieser Säule hier:

Sie züchten Wildtiere, Du tötest sie ahnungslos und das soll nachhaltig sein? (in Arbeit)

Vor allem auf Jagdreisen bezogen können Ziele der unterschiedlichen Säulen gegeneinander arbeiten. Betrachten wir nur die ökonomische Säule könnte man das Züchten von „Wildtieren“ wie Hirschen oder Löwen vertreten (captive breeding). Diese Praktik vereinfacht es Veranstaltern deutlich, Jagdreisen und verfügbare Wildtiere passend zur Nachfrage anzubieten. Während Du als Jäger auf frei lebende Löwen normalerweise deutlich länger als zwei Wochen jagst, bringt der "Jäger" in diesen Fällen Löwen innerhalb von zwei oder drei Tagen „zur Strecke“. Sozio-kulturell gesehen, handelt man als "Jäger" bei einer solchen Art der Edel-Schlachtung gegen unsere Grundsätze des Brauchtums, waidmännisch zu jagen und Artenvielfalt und Artenschutz zu betreiben. Dazu senken wir durch solche Tötungssafaris, die nicht viel mit der richtigen Jagd zu tun haben, unser Ansehen in der Gesellschaft und bekommen politische Schwierigkeiten, wie Jagdverbote in speziellen Ländern oder Einfuhrverbote von Trophäen. Wir haben beispielsweise herausgefunden, dass rund 15 % der Jäger, die noch keine Jagdreise gemacht haben, das schlechte Image der Branche als Grund dafür anführen!

Dies bedeutet, dass wir Jäger eine Säule stärker Gewichten müssen, um in solchen Situationen zu entscheiden, was richtig ist. Das kann, bezogen auf die Jagd, nur die ökologische Säule sein. Da es unser Kredo ist, mit dieser Art der Hege Artenvielfalt zu fördern und aktiv Artenschutz zu betreiben, müssen wir den Zielen der ökologischen Säule Vorrang geben, sollten die einzelnen Säulen gegeneinander arbeiten. Konkret heißt das, dass es nicht waidmännisch und nicht vertretbar ist Tiere zu züchten, damit sie später einfach nur verkauft werden, um von einem Jäger erschossen zu werden. Das bringt nichts außer wirtschaftliche Bereicherung und schlechte Presse.

Hier ein zusammenfassender Kommentar zur Nachhaltigkeit bei der Jagd:

in Arbeit

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